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Das Kampanische Amphitheater und das Mithräum von Santa Maria Capua Vetere

Das Kampanische Amphitheater und das Mithräum von Santa Maria Capua Vetere
Foto: Rico Heil · CC BY-SA 3.0 · verkleinert und zugeschnitten

Viele glauben, man müsse nach Rom fahren, um ein großes römisches Amphitheater zu sehen. Wir haben entdeckt, dass es eine halbe Stunde von Neapel entfernt eines gibt, das in Größe und Bedeutung gleich nach dem Kolosseum kommt. Und nur wenige Straßen weiter steigt man hinab unter die Erde, in ein ausgemaltes Heiligtum, das einem aus dem Osten stammenden Gott geweiht ist. So haben wir unseren Tag im antiken Capua erlebt.

Das antike Capua, Stadt der Gladiatoren

Das heutige Santa Maria Capua Vetere liegt an der Stelle des römischen Capua, einer der reichsten und mächtigsten Städte des antiken Italien. Hier befand sich die berühmteste Gladiatorenschule der römischen Welt, und von hier ging im Jahr 73 v. Chr. der Aufstand des Spartacus aus, jenes thrakischen Gladiators, der Rom zwei Jahre lang in Atem hielt.

Später gründete Julius Caesar hier eine Gladiatorentruppe, die zu den angesehensten ihrer Zeit zählte. Beim Spaziergang durch die moderne Stadt hatten wir oft das Gefühl, dass die Antike überall zum Vorschein kommt: zwischen Bögen, Mauerresten und Straßennamen.

Das Kampanische Amphitheater

Das Kampanische Amphitheater ist nach dem Kolosseum das zweitgrößte und zweitbedeutendste römische Amphitheater. Es wurde in flavischer Zeit, zwischen dem Ende des 1. und dem 2. Jahrhundert n. Chr., an der Stelle einer älteren Arena errichtet, jener, in der die Gladiatoren des Spartacus kämpften. Kaiser Hadrian ließ es restaurieren und mit Säulen und Statuen schmücken, eingeweiht wurde es von seinem Nachfolger Antoninus Pius.

Es bot Platz für bis zu etwa 60.000 Zuschauer. Heute sind die Sitzreihen größtenteils verloren, aber man muss nur die Arena betreten, um die Ausmaße zu begreifen. Am meisten beeindruckt haben uns die unterirdischen Gänge: Korridore und Räume, in denen die Spiele vorbereitet wurden, mit den Systemen aus Flaschenzügen und Käfigen, die Menschen und Tiere in der Arena erscheinen ließen.

Das Gladiatorenmuseum

Neben dem Amphitheater liegt das kleine Gladiatorenmuseum, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Es erzählt vom Leben, den Waffen und den Spielen der Gladiatoren von Capua und hilft dabei, die gerade gesehene Arena in der Fantasie zu „füllen“. Wir fanden es vor allem nützlich, um zu verstehen, wie die Welt der Gladiatorenschulen organisiert war.

Das Mithräum: ein Heiligtum unter der Erde

Nicht weit vom Amphitheater entfernt befindet sich das Mithräum, das 1922 entdeckt und 1937 für Besucher geöffnet wurde. Es stammt aus dem Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. und gilt als eine der bedeutendsten Kultstätten des Mithras in der römischen Welt.

Der Kult des Mithras, einer Sonnengottheit indo-persischen Ursprungs, gelangte mit Händlern und Sklaven über den Hafen von Puteoli, dem heutigen Pozzuoli, nach Italien und hatte zwischen dem 2. und 3. Jahrhundert viele Anhänger unter Soldaten, Sklaven und Gladiatoren. Die Gläubigen versammelten sich in unterirdischen Räumen, die an die Höhle erinnerten, in der der Gott geboren worden sein soll.

Beim Hinabsteigen durchquert man einen dunklen Vorraum und betritt den Kultraum. An der Rückwand befindet sich das große Fresko der Tauroktonie, Mithras bei der Tötung des Stiers, noch immer reich an Farben; das Gewölbe ist mit Sternen bemalt. Außerdem gibt es Marmorreliefs mit Amor und Psyche. Es ist ein kleiner Raum, und gerade deshalb sehr stimmungsvoll.

Das Archäologische Museum des antiken Capua

Abgerundet wird der Rundgang durch das Archäologische Nationalmuseum des antiken Capua, untergebracht in einer ehemaligen Kavalleriekaserne aus dem 19. Jahrhundert. Es zeigt römische Skulpturen und Porträts, Grabungsfunde aus der Umgebung und einige der Matres aus Tuffstein aus dem Heiligtum von Fondo Patturelli. Das Museum war von Sanierungsarbeiten betroffen: Prüfen Sie vor dem Besuch, ob es geöffnet ist.

Anreise und beste Reisezeit

Santa Maria Capua Vetere liegt an der Bahnstrecke Neapel–Caserta–Rom und ganz in der Nähe der Ausfahrt Santa Maria Capua Vetere der Autobahn A1. Amphitheater, Mithräum und Museum gehören zu einem gemeinsamen Besichtigungsrundgang. Das Mithräum kann nur nach Voranmeldung und in kleinen Gruppen besichtigt werden, planen Sie also im Voraus. Prüfen Sie Öffnungszeiten und Eintrittspreise vor der Abfahrt auf der offiziellen Website.

Das Amphitheater liegt im Freien und bietet wenig Schatten: Im Sommer empfehlen wir den frühen Morgen, im Frühling und Herbst ist jede Tageszeit geeignet.

In der Umgebung

Wenige Kilometer entfernt liegt Capua, die mittelalterliche Stadt am Volturno: Verpassen Sie nicht das Museo Provinciale Campano in Capua mit den außergewöhnlichen Matres Matutae und die Basilika Sant’Angelo in Formis. Wer die Römer liebt, kann weiter nach Norden fahren, nach Teano und Sessa Aurunca, zwischen Römerzeit und Mittelalter. In einer halben Stunde sind Sie am Königspalast mit den Königlichen Gemächern im Königspalast von Caserta. Alle Reiserouten der Provinz finden Sie unter Caserta und Umgebung.

Foto oben (Santa Maria Capua Vetere): Rico Heil, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.

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