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Neapel zwischen Kirchen und Basiliken

Neapel zwischen Kirchen und Basiliken
Foto: Wolfgang Moroder · CC BY-SA 3.0 · verkleinert und zugeschnitten

In Neapel muss man nur um die Ecke biegen, um vor einer Kirche zu stehen, und nicht umsonst nennt man sie oft die Stadt der fünfhundert Kuppeln. Alle vorzustellen wäre unmöglich, also haben wir eine Auswahl getroffen: die Kirchen und Basiliken, die uns bei unseren Besuchen Geschichte und Kunst der Stadt am besten nähergebracht haben, von der Gotik der Anjou bis zum überbordenden Barock.

Die Gotik der Anjou: Santa Chiara und San Lorenzo Maggiore

Die Basilika Santa Chiara wurde zwischen 1313 und 1340 im Auftrag von Robert von Anjou und Königin Sancha von Mallorca erbaut. Im Laufe der Jahrhunderte war sie mit barockem Schmuck überzogen worden, doch die Bombardierung vom 4. August 1943 und der darauffolgende Brand zerstörten sie großenteils; der 1953 abgeschlossene Wiederaufbau gab ihr das strenge gotische Gewand zurück. Hinter dem Hauptaltar steht das Grabmal König Roberts, geschaffen von den Brüdern Bertini, während im Chor der Klarissen Freskenfragmente erhalten sind, die Giotto zugeschrieben werden. Nicht verpassen solltet ihr den Majolika-Kreuzgang, den wir euch in Der Komplex von Santa Chiara und der Majolika-Kreuzgang vorstellen.

Im Herzen der griechisch-römischen Stadt, an der Kreuzung von Via dei Tribunali und Via San Gregorio Armeno, steht San Lorenzo Maggiore, eine Franziskanerkirche vom Ende des 13. Jahrhunderts. Hier sah der Überlieferung nach Giovanni Boccaccio im Jahr 1338 zum ersten Mal Fiammetta. Unter dem Komplex kann man die Ausgrabungen des Macellum besichtigen, des Marktes der römischen Neapolis: Zwischen diesen antiken Läden umherzugehen, hat uns ein konkretes Bild davon vermittelt, wie die Stadt vor zweitausend Jahren lebte. Alle Details findet ihr in San Lorenzo Maggiore und die Ausgrabungen.

Gesù Nuovo und San Domenico Maggiore

Wer auf die Piazza del Gesù kommt, hält die Fassade des Gesù Nuovo für die eines Palastes – und das war sie tatsächlich: Es ist die Diamantquaderung des Palazzo Sanseverino, vollendet 1470. 1584 kauften die Jesuiten das Gebäude und bauten es zur Kirche um, wobei sie die Fassade erhielten. Das Innere ist ein barocker Triumph mit Werken von Cosimo Fanzago, Luca Giordano und, an der Innenseite der Fassade, der großen Vertreibung des Heliodor aus dem Tempel von Francesco Solimena (1725). Hier ruht auch San Giuseppe Moscati, der heilige Arzt, den die Neapolitaner sehr verehren. Mehr dazu in Die Kirche Gesù Nuovo.

Wenige Schritte entlang der Spaccanapoli und man erreicht San Domenico Maggiore, eine große Dominikanerkirche aus der Zeit der Anjou, die mit der Gestalt des heiligen Thomas von Aquin verbunden ist, der im Kloster lebte und lehrte.

Der Seelenkult: Santa Maria delle Anime del Purgatorio ad Arco

An der Via dei Tribunali möchten wir euch eine ganz besondere Kirche ans Herz legen: Santa Maria delle Anime del Purgatorio ad Arco, erbaut ab 1616. Die Fassade ist mit Schädeln und Knochen geschmückt, eine Mahnung an die Vergänglichkeit des Lebens, die niemandem entgeht. Auf dem Hauptaltar befindet sich die Madonna delle Anime Purganti von Massimo Stanzione, doch das eigentliche Herz des Ortes ist das Hypogäum, in dem der Kult der Seelen im Fegefeuer gepflegt wurde. Hier liegt der sogenannte Schädel der Lucia, geschmückt mit einem Brautschleier und als Beschützerin junger Bräute verehrt. Es ist dieselbe Welt des Glaubens, die wir im Friedhof der Fontanelle: zwischen Glauben und Wahrheit und in Santa Maria delle Anime del Purgatorio ad Arco wiederfinden.

Der Dom und San Francesco di Paola

Man kann nicht über die Kirchen Neapels sprechen, ohne die Kathedrale Santa Maria Assunta zu nennen, in der die Reliquien des San Gennaro aufbewahrt werden und wo mehrmals im Jahr das Wunder der Blutverflüssigung erwartet wird. Wir widmen ihr einen eigenen Artikel: Der Dom von Neapel.

Wir verlassen die Altstadt und schließen auf der Piazza del Plebiscito mit der Basilika San Francesco di Paola, nach der Restauration von Pietro Bianchi entworfen und vom Pantheon in Rom inspiriert, mit ihrer großen Kuppel und den Kolonnaden, die den Platz umarmen. Ein Klassizismus fern vom Barock der Gassen, der aber das Neapel als Hauptstadt des 19. Jahrhunderts gut verkörpert.

Anreise und beste Besuchszeit

Fast alle diese Kirchen liegen in der Altstadt und sind zu Fuß von der Station Dante der Metrolinie 1 oder vom Hauptbahnhof aus erreichbar. Wir empfehlen, sie vormittags zu besuchen und angemessene Kleidung zu tragen, die Schultern und Beine bedeckt: Es sind aktive Gotteshäuser. Einige Kreuzgänge, Ausgrabungen und angeschlossene Museen sind kostenpflichtig: Prüft Öffnungszeiten und Tickets vor der Abreise auf der offiziellen Website.

In der Umgebung

Zur Orientierung in der Stadt startet ihr am besten mit dem Reiseführer Neapel und Umgebung. Nur wenige Schritte vom Gesù Nuovo entfernt wartet Der Verhüllte Christus in Neapel, und um diese Kirchen zu einem Rundgang zu verbinden, hilft euch Die berühmtesten Straßen Neapels. Kunstliebhaber finden weitere Ideen in Ein Kunstwochenende in Neapel.

Foto oben (Neapel): This Photo was taken by Wolfgang Moroder. Feel free to use my photos, but please mention me as the author and send me a message. This image is not in the public domain. Please respect the copyright protection. It may only be used according to the rules mentioned here. This specifically excludes use in social media, if applicable terms of the licenses listed here not appropriate. Please do not upload an updated image here without consultation with the Author. The author would like to make corrections only at his own source. This ensures that the changes are preserved.Please if you think that any changes should be required, please inform the author.Otherwise you can upload a new image with a new name. Please use one of the templates derivative or extract., CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.

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