
Wenn wir an die Süßspeisen Neapels denken, fällt uns als Erstes er ein: der Babà, locker, glänzend von Sirup und nach Rum duftend. Wir haben ihn im Stehen an der Theke einer Konditorei gegessen, nach dem Mittagessen und sogar im Gehen, und jedes Mal hat er uns gute Laune gemacht. Dabei beginnt seine Geschichte weit entfernt vom Golf.
Ein polnischer König und ein zu trockener Kuchen
Die Überlieferung schreibt die Idee Stanisław Leszczyński zu, dem exilierten König von Polen und späteren Herzog von Lothringen. Man erzählt, er habe den Kugelhopf, ein Hefegebäck elsässischer Herkunft, zu trocken gefunden und beschlossen, ihn mit Likörwein zu tränken. Der Name soll an die Babka erinnern, ein polnisches Hefegebäck.
Vervollkommnet wurde das Rezept von seinem Konditor Nicolas Stohrer, der 1725 die Tochter des Königs, Braut von Ludwig XV., nach Versailles begleitete und 1730 in Paris eine Konditorei eröffnete. Der Überlieferung nach war es einer seiner Nachfahren, der um 1835 Rum verwendete und dem Gebäck seine moderne Form gab.
Die Ankunft in Neapel
Der Babà kam im 19. Jahrhundert nach Neapel, im Gefolge der französischen Küche, die damals in den Adelshäusern und am Hof der Bourbonen in Mode war. Die ersten in der Stadt veröffentlichten Rezepte sahen noch Rosinen und Safran vor, die später aus der heute bekannten Version verschwanden.
In Frankreich ging die Süßspeise andere Wege, während sie in Neapel zum Symbol wurde: Man findet sie in jeder Konditorei, und die neapolitanische Küche betrachtet sie längst als ihre eigene. Heute ist der Babà als traditionelles Lebensmittelerzeugnis Kampaniens anerkannt.
Wie ein guter Babà gemacht wird
Die Basis ist ein Hefeteig aus Mehl, Eiern, Butter und Zucker, der lange bearbeitet wird, bis er elastisch ist. Das lange Gehen in der Form und das Backen im heißen Ofen erzeugen die typische Pilzform, mit dem „Hut“, der über den Rand quillt.
Nach dem Backen wird das Gebäck in den Sirup aus Wasser, Zucker und Rum getaucht, manchmal mit Zitrusschale aromatisiert. Darin liegt das ganze Geheimnis: Er muss durchtränkt, aber nicht zerfallen sein, und wenn man ihn drückt, muss er wie ein Schwamm zurückfedern. Wir empfehlen, ihn zuerst in der klassischen Version ohne Zusätze zu probieren.
Varianten zum Probieren
Neben dem Babà als Einzelportion gibt es den großen Kranz zum Aufschneiden, perfekt für Familienfeste, und die Mini-Babà, nicht größer als ein Bissen. Viele Konditoreien füllen ihn mit Konditorcreme, Sahne oder Amarenakirschen, und manche bieten ihn mit Limoncello statt Rum an.
Uns schmeckt er auch zum Abschluss des Essens mit etwas frischem Obst, doch die neapolitanischste Art bleibt nur eine: ihn mit den Händen nehmen, in eine kleine Serviette gewickelt, und sofort essen.
In der Umgebung
Um alle Süßspeisen und Gerichte der Stadt zu entdecken, startet mit Was man in Neapel essen sollte und Typische neapolitanische Gerichte. Wenn ihr noch Platz habt, vergleicht den Babà mit Die neapolitanische Sfogliatella und, zu Ostern, mit Die neapolitanische Pastiera. Für die Reiseplanung findet ihr alles in Neapel und Umgebung.
Foto oben (Neapel): This Photo was taken by Wolfgang Moroder. Feel free to use my photos, but please mention me as the author and send me a message. This image is not in the public domain. Please respect the copyright protection. It may only be used according to the rules mentioned here. This specifically excludes use in social media, if applicable terms of the licenses listed here not appropriate. Please do not upload an updated image here without consultation with the Author. The author would like to make corrections only at his own source. This ensures that the changes are preserved.Please if you think that any changes should be required, please inform the author.Otherwise you can upload a new image with a new name. Please use one of the templates derivative or extract., CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.
