
Wir haben in der halben Welt Pizza gegessen, aber wenn wir in Neapel sind, merken wir jedes Mal, dass sie hier etwas anderes ist. Sie ist nicht nur ein Gericht: Sie ist ein Handwerk, eine Tradition und ein Stück Identität der Stadt. Wir erzählen euch, woher sie kommt und was sie einzigartig macht.
Eine Kunst als Welterbe
Am 7. Dezember 2017 hat die UNESCO bei der Sitzung ihres Komitees auf der koreanischen Insel Jeju die Kunst des neapolitanischen Pizzaiuolo in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Ein wichtiges Detail: Anerkannt wurde nicht die Pizza selbst, sondern das Wissen der Pizzabäcker, bestehend aus Handgriffen, Liedern und Techniken, die über Generationen weitergegeben wurden.
Einige Jahre zuvor, 2010, war die neapolitanische Pizza bereits mit der Verordnung (EU) 97/2010 zur garantiert traditionellen Spezialität (g.t.S.) geworden. Die Spezifikation legt genaue Regeln fest: Backen im Holzofen bei etwa 485 °C für 60-90 Sekunden, dünne Mitte und ein hoher, luftiger Rand (Cornicione).
Die Ursprünge, zwischen Geschichte und Legende
Die Pizza, wie wir sie kennen, nimmt in Neapel im 18. Jahrhundert Gestalt an, als die ersten Pizzerien entstehen und die Tomate in die Küchen des Volkes Einzug hält. Sie war Straßenessen, günstig und schnell.
Auf den Juni 1889 geht die berühmteste Erzählung zurück: Der Pizzabäcker Raffaele Esposito soll für Königin Margherita von Savoyen eine Pizza mit Tomate, Mozzarella und Basilikum in den Farben der Flagge zubereitet haben, daher der Name Margherita. Eine schöne Geschichte, aber sie markiert nicht die Geburt der Pizza: Schon Mitte des 19. Jahrhunderts beschrieb Francesco De Bourcard Pizzen mit Mozzarella und Tomate, und einige Historiker bezweifeln die Echtheit der Dokumente zu dieser Episode.
Marinara und Margherita, die beiden Klassiker
Die g.t.S. erkennt zwei Pizzen an. Die Marinara mit Tomate, Knoblauch, Oregano und nativem Olivenöl extra, deren Name mit der Tradition der Seeleute verbunden ist. Und die Margherita mit Tomate, Mozzarella, Basilikum und nativem Olivenöl extra. Wir empfehlen euch, beide zu probieren, bevor ihr zu den Varianten übergeht: So versteht man den Teig am besten.
Frittiert und „a portafoglio“
Dann gibt es die Pizza der Straße. Die Pizza fritta, gefüllt und zum Halbmond geschlossen, entstand als günstige Alternative, als ein Ofen noch Luxus war. Die Pizza a portafoglio ist eine kleine, viermal gefaltete Pizza, die man im Gehen isst: unser Lieblingssnack zwischen zwei Besichtigungen.
In der Umgebung
Für die Planung eures Besuchs beginnt mit unserem Guide Neapel und Umgebung und dem Überblick Was man in Neapel isst. Alles über den Mozzarella findet ihr in Mozzarella di Bufala Campana DOP, und die anderen Gerichte der Stadt stellt Typische neapolitanische Gerichte vor.
Foto oben (Neapel): This Photo was taken by Wolfgang Moroder. Feel free to use my photos, but please mention me as the author and send me a message. This image is not in the public domain. Please respect the copyright protection. It may only be used according to the rules mentioned here. This specifically excludes use in social media, if applicable terms of the licenses listed here not appropriate. Please do not upload an updated image here without consultation with the Author. The author would like to make corrections only at his own source. This ensures that the changes are preserved.Please if you think that any changes should be required, please inform the author.Otherwise you can upload a new image with a new name. Please use one of the templates derivative or extract., CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.
