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Neapel im Jugendstil: Spaziergang durch Chiaia, Vomero und Posillipo

Zwischen dem Ende des 19. und den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts füllte sich Neapel mit Palazzi und Villen im Jugendstil, hier „Liberty“ genannt: Fassaden mit Schmiedeeisen, bunte Glasfenster, florale Ornamente, Treppenhäuser, die wie Skulpturen wirken. Es ist das Neapel der Belle Époque, der großen Hotels an der Uferpromenade und der neuen bürgerlichen Viertel. Wir schlagen euch einen Spaziergang vor, um es zu entdecken.

Chiaia: Via dei Mille und Via Filangieri

Los geht es in Chiaia, dem eleganten Viertel zwischen Uferpromenade und Hügel. In der Via Filangieri steht der Palazzo Mannajuolo, Anfang des 20. Jahrhunderts nach Plänen von Giulio Ulisse Arata erbaut: Seine elliptische Treppe ist eines der Symbole des neapolitanischen Jugendstils. Etwas weiter ist die Via dei Mille eine kleine Galerie unter freiem Himmel mit Palazzi aus der Zeit um 1900, mit Portalen, Balkonen und Verzierungen, die man in Ruhe betrachten sollte.

Der Vomero und der Parco Grifeo

Mit der Standseilbahn fahrt ihr hinauf zum Vomero, dem Hügelviertel, das genau in jenen Jahren entstand. Hier und im nahen Parco Grifeo reihen sich kleine Villen und Stadthäuser mit gepflegten Gärten, Türmchen, Loggien und Schmiedeeisen aneinander. Von mehreren Stellen öffnet sich der Blick auf den Golf.

Lamont Young und Posillipo

Auf dem Weg hinunter nach Posillipo begegnet ihr den Werken von Lamont Young, dem neapolitanischen Architekten, der Schlösser und Villen in eklektischem Stil zwischen Neugotik und Romantik entwarf, wie das Castello Aselmeyer am Corso Vittorio Emanuele. Entlang der Via Posillipo, zwischen Villen und Terrassen über dem Meer, versteht man, warum der Hügel jahrhundertelang der liebste Sommerfrische-Ort der Neapolitaner war.

Praktische Tipps

Der Rundgang lässt sich an einem Tag machen, wenn ihr für die Wege bergauf die Standseilbahnen nehmt. Viele Palazzi sind Privatwohnungen: Man bewundert sie von außen, aber bei manchen Gelegenheiten, etwa an Tagen der offenen Tür von Kulturvereinen, kann man auch Eingangshallen und Treppenhäuser besichtigen.

Beste Reisezeit

Der Spaziergang ist das ganze Jahr über gut möglich, aber Frühling und Herbst sind ideal: Man läuft ohne die Sommerhitze, und das Nachmittagslicht bringt Fassaden und Schmiedeeisen zur Geltung. An den Tagen, die verborgenen Orten gewidmet sind und von Kulturvereinen und Stiftungen organisiert werden, öffnen einige Palazzi Eingangshallen und Treppen, die sonst nicht zugänglich sind: Es lohnt sich, die Termine im Blick zu behalten.

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